Carolin Schnabel
Ich habe gesungen, bevor ich wusste, was Musik bedeutet. Ich habe Lieder erfunden und bin beim Singen in andere Welten abgetaucht. Bis ein Kind in der Schule sagte: Es nervt, dass du singst. Da hörte ich auf. Ich passte mich an. Aber der Wunsch zu singen blieb.
Ich sang in Bands, meistens als Backgroundsängerin. Mir wurde immer gesagt, ich singe zu leise. Egal was ich versuchte, ich konnte es nicht ändern.
Mitten in meinem Studium zur Erziehungswissenschaftlerin und Sozialwissenschaftlerin beschloss ich, alles hinzuschmeißen. Ich begann Jazz Gesang zu studieren.
Auch dort kämpfte meine Stimme. Ich lernte unter so viel Druck, dass ich zusammenbrach. Ich begann zu meditieren, verband das mit der Stimme und auf einmal änderte sich alles. Ich entdeckte eine Art des Singens, die wertfrei ist, neugierig und forschend. Die Faszination war wieder da.
Ich machte eine Coaching Ausbildung und verstand: Menschen brauchen ihren ganz eigenen Zugang. Dann kam das Nervensystem dazu. Ich lernte, dass mein Nervensystem mich die ganze Zeit beschützt und lautes Singen als gefährlich eingestuft hatte. Ab da durfte ich neu lernen. Raum einnehmen darf sich sicher anfühlen.
Eine weitere Erkenntnis kam während des Unterrichtens. Immer wieder erlebten meine Schülerinnen in unseren Stunden echte Durchbrüche, doch sobald sie zu Hause waren oder auf der Bühne standen, fielen sie zurück in alte Muster. Diese Beobachtung zeigte mir, dass Körper, Nervensystem und Stimme zusammengehören.
Ausbildung & Hintergrund
Ich habe Jazz Gesang studiert und die Flow Coaching Ausbildung bei Dr. Gerhard Huhn absolviert, zertifiziert durch die European Coaching Association. Meine Arbeit ist außerdem geprägt durch Weiterbildungen in funktionaler Stimmbildung und Nervensystem Arbeit, einem zertifizierten Estill Voice Training, sowie ein Zertifikat als Trainerin für kulturelle Bildung.
Was mich außerdem bewegt ist die Verbindung von Stimme und Körper im Gemeinschaftskontext. Ich bin Gründerin und Workshopleiterin bei Körper und Stimme GbR sowie bei Safe & Sound, wo ich eng mit der traumasensiblen Therapeutin Clara Schaksmeyer und anderen Kolleginnen zusammenarbeite.
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Was möglich Wird
Ich hatte eine Schülerin, die sehr unsicher zu mir kam. Eine beeindruckende Stimme, aber wenig Vertrauen in sich selbst.
In unserer Arbeit wurde sie handlungsfähig und klar. Ihre Stimme veränderte sich. Nicht nur die hörbare nach außen, sondern auch ihre innere Stimme. Sie lernte für sich einzustehen, zu sagen was ihr nicht passt, und ihren eigenen Weg zu gehen, auch wenn er letztendlich anders aussah als geplant.